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Conchieren
Erfindung von Rudolphe Lindt (1855 - 1909)
Rudolphe Lindt erkannte im Jahr 1879, dass eine Restfeuchte
von 4 % in der Schokolade noch zu hoch war. Die Schokolade
wurde krümelig und es entstand keine homogene Masse.
Der Grund: Durch die hohe Restfeuchte kristallisierte der
schon gelöste Zucker erneut, wodurch sich die Struktur
zerklüftete und der gewünschte cremige Effekt
nicht zustande kam. Lindt entwickelte eine Maschine, die
die Restfeuchte von 4 % auf 1 % reduzierte. Das Gerät
nannte man Conche, weil es wie eine Muschel aussah.
Eine Schokolade wird zwischen 2 und 72 Stunden conchiert
- je länger, desto besser ist später die Qualität.
Die Conche ist ein längliches Becken, in dem die Schokoladenmasse
von Walzen hin und her bewegt wird. Durch die Reibung erwärmt
sich die Masse. Sie wird zusätzlich bis auf 45°-
55° Grad erhitzt. Dadurch verdunstet das Restwasser,
Bitterstoffe gehen verloren und die Schokolade bekommt einen
milderen Geschmack.
Rudolph Lindt war es auch, der seiner Schokolade Grundstoffe
wie Kakaobutter zusetzte. Dadurch bekam die Schokolade einen
seidigen Glanz und einen zarteren Schmelz.
Es gab lange das Gerücht, dass der lebensfrohe Lindt
die Conche einfach vergessen hat auszuschalten. Nach drei
Tagen soll es ihm dann wieder eingefallen sein. Als er das
Ergebnis begutachtete, stellte er fest, dass die Masse sich
zu ihrem Vorteil verbessert hatte. Ob dies der Wahrheit
entspricht, wurde nie bestätigt.
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